1-3 December 2021
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Die Konferenz wird auf Grund der COVID-19 Situation online abgehalten.

„Performing Practiced Vulnerabilities“

2 Dec 2021, 12:30
30m
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11:30 Uhr - Panel III: Prekäre Allianzen Panel III: Prekäre Allianzen

Speaker

Joschka Köck (Universität Kassel)

Description

„Performing Practiced Vulnerabilities“

Eine zentrale Errungenschaft der bei dieser Tagung zu feiernden gesellschaftskritischen und feministischen Frauen*-/Geschlechterstudien ist die Etablierung partiellen und situierten Wissens in den Human-/ Sozialwissenschaften. Dies wird v.a. über die Priorisierung von emotionalen und körperlichen Wissensformen in der Wissensproduktion erreicht. Aber: Wie oft schaffen wir wirklich Wissen mit dem Körper und wie oft diskutieren wir es über Körper? Wie oft führen wir unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse wirklich auf? Wie geschieht Verbindung und becoming-with ganz körperlich? Wie bringt diese Art von Wissen Herrschaft in die Krise und leitet Transformationen ein? Wie ist unsere Wissenschaft (körperlich) in sozialen Bewegungen verankert? Bei einer Online-Konferenz: Wie ist es (un)möglich, Verbindungen über das Internet zu schaffen, die Emotionen und Körperlichkeit mit einbeziehen?
In post-und dekolonialer, feministischer und performativer Autoethnographie (nach Tami Spry) verweben sich thematische und empirische Forschung, Methodenreflexion und dekolonialfeministische Wissenschaftstheorie mit politischer Praxis und meinem eigenen konkreten In-der-Welt-Sein. Mit der Frage, was das Selbst eigentlich ist, rückt der Körper der Forschenden in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses (in diesem Fall eines privilegierten, weißen, akademischen Mannes mit unterschiedlichsten Verbindungen zu dekolonialen, feministischen Kämpfen). Wie repräsentieren wir „das Andere“ in dem Bemühen mit ihm eins zu werden?
In meinem Forschen an sozial-ökologischen Themen und in deren Bewegungen sind Ökologien lebende Systeme und Handelnde und nicht objektifizierbar. Das Selbst als Mit-Wesen zu beforschen geht nur als „Thinking-Feeling with the Earth“ (Escobar 2020, sentipensar con la tierra). Mir geht es darum in meinem In-der-Welt-mit-Sein, Intersektionales und Verbindendes, queere (Öko-)Feminismen und dekoloniale Praxen herauszuarbeiten. Immer wieder stoße ich aber an Grenzen, reproduziere Unterdrückung in Form von Patriarchat, Rassismen und Extraktivismen. Dann hilft es oft, mich dafür verwundbar zu machen, mich selbst verletzlich zu zeigen und meine ultimative Fehlbarkeit, mein Unverständnis und meine Unwichtigkeit im Aktivismus einzugestehen. Nur dann ist wahre Verbindung möglich, in der ich anerkenne, was alles schon erreicht wird. Spry nennt diesen Vorgang „practiced vulnerability“. Es ist ein emotionaler und körperlicher Vorgang, der Wissen schafft. „Verletzlichkeit zeigen“ ist eine zentrale feministische Dimension einer „Verbindung mit“. Es ist eine Möglichkeit männliche Privilegien aufzugeben und zu reflektieren, wie toxische und hegemoniale Männlichkeiten auch männliche Körper zeichnen (vgl. Anzalduá 2009, bodies as maps).


Joschka Köck ist Doktorand in Politikwissenschaft an der Universität Kassel zu Beiträgen des Theaters der Unterdrückten zur sozialökologischen Transformation und partizipativer Theatermacher, v.a. mit Theater der Unterdrückten Wien.

Keywords: Performative Autoethnographie, Thinking-feeling-with the Earth, Sprache der Performance und des Beitrags: Bevorzugt Englisch (da die Dissertation auf Englisch verfasst wird), Deutsch ist ebenso möglich.

Primary author

Joschka Köck (Universität Kassel)

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