1-3 December 2021
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Die Konferenz wird auf Grund der COVID-19 Situation online abgehalten.

Abgesagt: Empowerment – überholt, wiederentdeckt oder neu gedacht? Intersektionale Neuausrichtungen eines (post-)feministischen Konzepts

2 Dec 2021, 16:30
30m
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Abgesagt: 16:30 Uhr - Panel V: Transnationaler Feminismus Abgesagt: Panel V: Transnationaler Feminismus

Speaker

Dr Miša Krenčeyová (Universität Wien)

Description

Empowerment – überholt, wiederentdeckt oder neu gedacht? Intersektionale Neuausrichtungen eines (post-)feministischen Konzepts

Empowerment – ein Konzept, das in den 1980er Jahren von Feministinnen aus dem Globalen Süden entworfen und auf internationaler Ebene popularisiert worden ist, um Entwicklung aus einer feministischen Perspektive neu zu denken – erfährt seit über zwei Jahrzehnten eine zunehmende Sinnentleerung: instrumentalisiert, depolitisiert, kommerzialisiert und kommodifiziert, wird es insbesondere im Globalen Norden zu einem ‚post-feministischen‘ Mittel, um Machtverhältnisse zu verschleiern, anstatt sie benennbar und damit veränderbar zu machen. Auf T-Shirts gedruckt, muss der Begriff als Slogan kaum noch hinterfragt werden.
Dennoch ist der Blick auf Macht in Empowerment eingeschrieben, der Begriff ohne seine Referenz zu Macht nicht denkbar. Wie brauchbar ist also Empowerment (noch) für gegenwärtige feministische Theorie und Praxis mit intersektionalem Geltungsanspruch? Wie kann das Konzept, aufbauend auf einer reichhaltigen und doch fragmentierten wissenschaftlichen Auseinandersetzung, neu ausgerichtet werden, um an die im Rahmen der Tagung aufgeworfenen Fragen – nach Verbündet-Sein, nach Verbundenheit und existentieller Verschränkung – anschlussfähig zu werden? Wie kann ‚power‘ in Empowerment wieder stärker in den Fokus gerichtet werden, um zur (feministischen) Analyse gegenwärtiger Macht- und Herrschaftsverhältnisse beizutragen? Diesen Fragen soll sich der vorgeschlagene Beitrag zur Konferenz widmen, um so einen zentralen Begriff feministischer Theorie und Praxis für die gemeinsame Debatte zu rekonsturieren.
Ausgehend von einer kurzen Begriffsgeschichte von Empowerment und dessen konzeptuellem Wandel in den letzten Jahrzehnten möchte ich aktuelle Auslegungen von Empowerment im wissenschaftlichen und aktivistischen, feministischen Kontext in den Blick nehmen, um schließlich Ansätze für eine repolitisierte (Neu?-)Konzeptualisierung von Empowerment aus intersektionaler Perspektive vorzuschlagen. Gerade auch die Auseinandersetzung mit früherer Theoriebildung im heutigen Kontext, in Verbindung mit neuen, aktuellen Fragestellungen, ermöglicht es, Fragen nach der Relationalität von Positionalität(en) im Rahmen von Macht- und Herrschaftsverhältnissen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene neu einzubringen, um sie als Grundlage gemeinsamer Handlungsstrategien zu nutzen: reclaiming the power of empowerment!


Miša Krenčeyová ist freiberufliche Trainerin (Transkulturalität, Intersektionalität, Gender und Diversität, Empowerment, machtkritische Bildungsarbeit, globales Lernen), Lehrbeauftragte (Uni Wien, AAU Klagenfurt, FHWien der WKW) und war 2019 und 2020 Gastprofessorin am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien.

Primary author

Dr Miša Krenčeyová (Universität Wien)

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