1-3 December 2021
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Die Konferenz wird auf Grund der COVID-19 Situation online abgehalten.

Femonationalismus, Antikoloniale Kämpfe und das Ringen um feministische Solidarität

2 Dec 2021, 10:30
30m
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Speakers

Chandrika Yogarajah (Humboldt Universität zu Berlin) Eleonora Roldán Mendívil (Universität Kassel )

Description

Femonationalismus, Antikoloniale Kämpfe und das Ringen um feministische Solidarität

Global erleben wir eine Verschärfung imperialistischer Krisen und aggressiver Außen- sowie Innenpolitik, deren Produkt unter anderem die Kriege in Syrien, Kurdistan, dem Yemen und Afghanistan sind. Diese imperialistischen Kriege werden zentral mit femonationalistischen Argumenten von rechten Parteien, demokratisch-staatlichen Institutionen und feministischer Akteur:innen propagiert und mitgetragen. Völlig zerstörte und instabile Länder, weit entfernt von Frieden, werden so auch mithilfe femonationalistischer Narrative hinterlassen.
Im Zuge der imperialistischen Krise in Europa ab spätestens 2015, welche medial als „Flüchtlingskrise“ Verbreitung fand, sehen wir dazu einen deutlichen Rechtsruck, der zentral mit femonationalistischen Argumenten versucht männliche Asylsuchende als „Gefährder“, vor allem für weiße Frauen darzustellen und weibliche Asylsuchende als zu rettende Opfer aus als eindimensional rückständig und patriarchal verorteten Gesellschaften. Dieser Rechtsruck geht einher mit der normalisierten Verleugnung der strukturellen und alltäglichen Existenz rassistischer Gewalt und Aggression für nicht-weiße Menschen in ganz Europa. Rechte Politiker:innen von AfD bis FPÖ dürfen unter dem Deckmantel der „demokratischen Redefreiheit“ rassistische „Wir“-Mythen verbreiten, sowie die Dazugehörigkeit vieler nicht-weißer Menschen offen anhand rassistischer Merkmale leugnen. Sexualisierter Rassismus ist nicht nur als vereinzeltes und den bürgerlichen Parteien peinliches Phänomen (SPD’s Thilo Sarrazin mit seinen Genetik-Fantasien) sichtbar, sondern nun offen in der Mitte der Gesellschaft angekommen (siehe rassistischer Skandal um den Großunternehmer und Aufsichtsratsvorsitzenden von Schalke 04 Clemens Tönnis, der Afrikaner:innen riet Kraftwerke zu bauen, damit die Menschen aufhörten „wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren“).
Es ist aber auch eine Zeit der Verstärkung von lokalen Widerständen gegen genau diese feministisch-imperialistische Politik – außen- sowie innenpolitisch.
Unser Paper zeigt auf, was der Unterschied zwischen femonationalistischen und feministischimperialistischen Argumentationen und Handlungen ausmacht, und fragt sich: Welche Art von Feminismus kön nen wir heute noch verteidigen? Im Rahmen marxistisch-feministischer Analysen diskutieren wir außerdem, welchen antihegemonialen Beitrag die institutionelle Geschlechterforschung in Zeiten enormen Rechtsrucks und imperialistischer Aggressionen im In- und Ausland leisten könnte und fragen: Warum tut sie dies nicht


Eleonora Roldán Mendívil, M.A. Internationale Politische Theorie, Doktorandin am Institut für Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien, Universität Kassel. Dozenturen an der Freien Universität Berlin, Universität Kassel, Universität Wien, Universität Potsdam und Hochschule Mittweida. Mitarbeiterin in der Abteilung Bildung und Vermittlung der Stiftung Deutsches Historischens Museum - Berlin.

Chandrika Yogarajah, B.A. Politikwissenschaft der Johannes Gutenberg Universität Mainz. M.A.-Kandidatin Moderne Süd- und Südostasien-Studien an der Humboldt Universität zu Berlin. Freie Journalistin, Filmemacherin, Fotografin und Malerin.


Literatur:
Mahendran, Susheela, Sara Morais dos Santos Bruss und Eleonora Roldán Mendívil (2.12.2019): Femonationalismus und rassistische Hetze, in: Klasse gegen Klasse, https://www.klassegegenklasse.org/femonationalismus-undrassistische-hetze/, letzter Zugriff am 4. November 2020.

Primary authors

Chandrika Yogarajah (Humboldt Universität zu Berlin) Eleonora Roldán Mendívil (Universität Kassel )

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