1-3 December 2021
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Intersektionale Inklusion als wissenschaftsbasiertes Bündnisprojekt? Lehren aus der Kritischen Migrationsforschung und den Disability Studies

1 Dec 2021, 14:15
30m
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Speakers

Rahel More (Universität Klagenfurt) Dr Viktorija Ratković (Universität Klagenfurt)

Description

Intersektionale Inklusion als wissenschaftsbasiertes Bündnisprojekt? Lehren aus der Kritischen Migrationsforschung und den Disability Studies

Dieser Beitrag thematisiert ungleiche Machtverhältnisse sowie Prozesse des Othering in der Wissensproduktion und -vermittlung, wobei die Frage im Fokus steht, wie unter den bestehenden Bedingungen Bündnisse ermöglicht werden können. In Form eines kritischen Dialoges möchten wir zunächst zu zweit und schließlich gemeinsam mit den Anwesenden ausgehend von den Entwicklungen der kritischen Wissenschaftsrichtungen der Disability Studies und der Kritischen Migrationsforschung Alternativen zu hegemonialen Ansätzen diskutieren. In einem ersten Schritt thematisieren wir – aus einer explizit feministischen und intersektionalen Perspektive heraus – die Wissenschaftskritik der Disability Studies sowie der Kritischen Migrationsforschung. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Kontext erziehungswissenschaftlicher Forschung und Lehre gelegt, da sich in diesem nicht nur generelle Fragen der Inklusion und Exklusion stellen, sondern auch deutliche Veränderungspotenziale hin zu solidarischen und gemeinschaftlichen Formen des Forschens und Lehrens bestehen. In einem zweiten Schritt führen wir den Begriff der Intersektionalen Inklusion ein, der erstens auf die Praxis der Reproduktion von kategorialen Zuschreibungen durch das Reduzieren komplexer Benachteiligungsmechanismen auf vermeintlich eindimensionale Kategorien (z.B. Behinderung oder Geschlecht oder Migration) verweist. Zweitens stellt der Begriff den Versuch dar, mehrdimensionale Benachteiligungen aber auch Privilegierungen unterschiedlicher Akteur:innen auf allen Ebenen der Wissensproduktion und -vermittlung in den Blick zu nehmen. In einem dritten Schritt präzisieren wir den Begriff der Intersektionalen Inklusion, indem wir diskutieren, inwiefern unsere Konzeptualisierung über den Fokus auf mehrdimensionale Benachteiligungen (Intersektionalität) sowie die Chancengleichheit aller Menschen (Inklusion) hinausgeht. Die Relevanz Intersektionaler Inklusion erläutern wir beispielhaft anhand der notwendigen und nur langsam erfolgenden Annäherung der Disability Studies sowie der Kritischen Migrationsforschung. Abschließend fordern wir alle Anwesenden dazu auf, mit uns in die Diskussion zu gehen und Potenziale sowie Herausforderungen in einer Annäherung unterschiedlicher wissenschaftskritischer Felder aufzeigen. Wir laden dazu ein, zusammen Bündnisse anzudenken, die über diese beiden Felder hinausgehen und sowohl Benachteiligungen aufzeigen als auch Privilegierungen hinterfragen. Gegebenenfalls kann eine positive Definition Intersektionaler Inklusion solidarische Entwicklungen in der Wissensproduktion und -vermittlung anregen und einem Ringen um Ressourcen basierend auf sozialen Kategorisierungen entgegenwirken.


Viktorija Ratković lehrt und forscht an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, wobei die Auseinandersetzung mit Migrationsprozessen und der Rolle der Forschung selbst im Fokus stehen. Dabei fließen u.a. Perspektiven der Frauen- und Geschlechterforschung, der Cultural Studies, der Friedens- und Konfliktforschung, der Migrationspädagogik sowie Post- und Dekoloniale Zugänge ein.

Rahel More ist Universitätsassistentin am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Arbeitsbereich Sozialpädagogik und Inklusionsforschung. Ihre Forschungsschwerpunkte sind (Dis-)Ability Studies, Elternschaft und Familie sowie Soziale Arbeit, insbesondere in Verbindung mit geschlechterkritischen und intersektionalen Perspektiven.

Primary authors

Rahel More (Universität Klagenfurt) Dr Viktorija Ratković (Universität Klagenfurt)

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